Nach dem ich letztes Jahr meinem 2. Stern bei der OSMC bekommen hatte, nahm ich mir vor, diesem ominösem IcingaCamp einen Besuch abzustatten.

Da ich völlig ohne Erwartungen nach Berlin fahren würde, konnte es nur ein guter Tag werden.

In meinem Tran hatte ich natürlich den Timeslot für die EarlyBird Registrierung verschlafen und musste nicht nur tiefer in die Tache greifen sondern auch noch um eine Unterbringung kämpfen.
(Zu meiner Entschuldigung, ich hatte wirklich viel um die Ohren und ich musste „meinem“ Projekt beim Arbeitgeber auch entsprechend Zeit zur Verfügung stellen.)
Zum Zeitpunkt der Konferenz fand wohl auch noch eine parallele Veranstaltung statt, in derem Zuge sämtliche Hotelzimmer in preisliche Regionen abdrifteten, die ich mir privat nicht mehr leisten konnte.
Doch letztendlich hatte alles geklappt und ich konnte sogar noch 2 erste Klasse Tickets für den ICE abstauben.

Berlin. Ist keine Reise wert. Finde ich.
Entweder, man baut schon seit Jahrzehnten an der Substanz oder man bereitet eine großangelegte Abrissaktion vor.
Grau und überall Baulärm. Ich könnte dort nicht leben.

Aber das waren zum Glück alles nur Randerscheinungen.
Wichtig war die Kalkscheune, der Ort an dem die Konferenz stattfand. Und die lag nur 10 Fußminuten von meinem Hotel entfernt. Perfekt.

Da die OSMC noch nicht so in weiter Ferne lag, traf ich in Berlin auch mal wieder bekannte Gesichter.
Interessanterweise aber auch viele neue Gesichter, die mir schon bei Twitter entsprechend auffielen und auf die ich mich durchaus freute.

Da ich einen Abend vorher anreiste (stressfreier gehts nicht) traf ich mich an dem Abend noch mit @52zacken zu einem schicken Bier.
Und so wie der Abend begann wurden die folgenden Tage. Lustig, informativ und machnmal voller Blödsinn. :)

Den Auftakt zum Camp gab Bernd Erk mit dem typisch lockeren Einstand.
Seine Talks empfinde ich immer wieder als die lockersten und mit viel humoristischen Einschlag gestaltet.

Anschließend machte Eric Lippmann von Netways mit dem Einblick in Icinga Web 2 weiter, bei dem er sehr verständlich erklärte, wie einfach es ist, eigene Module für das Webfrontend von Icinga2 zu bauen.
Da kamen mir meine eigenen kleinen Codeexperimente wieder in den Sinn (und meine ersten praktischen Erfahrungen zur OSMC 2015).
‚The Gin Guide‘ richtete sich dann auch eindeutig an all die Gin Trinker unter uns, was bei einigen ein wissendes Grinsen zu Tage förderte.

Sven Nierlein stellte mit Thruk eine Alternative zu Icinga Web 2 vor.
Ein Webfrontend, welches mehrere Monitoring-Cores unterstützt. Erwähnenswert sind hier Naemon, Nagios, Shinken und Icinga1. Eigentlich alles, was die Livestatus API unterstützt.
Ich für meinem Teil finde das Design dann doch eher stark in 80igern hängen geblieben, das ursprüngliche Design von Nagios würde nur behutsam aufgehübscht, ansonsten sollten sich alle Nagios User damit auskennen.

Thomas Gelf stellte ’seinen‘ Director ins rechte Licht und zeigte, wie einfach es ist mit dem Webinterface Templates zu erstellen und diese weiter zu nutzen.
Viel neues konnte ich dort aber nicht abgreifen, die OSMC war noch zu präsent.
Un da ich in der Zwischenzeit den Director in meinem Docker Container wieder aktiviert hatte, hatte ich dort schon diverse Gelegenheiten genutzt um etwas mit ihm herumzuspielen.

Obwohl wir uns nicht mehr viel mit eigener Hardware auseinandersetzen, war der Talk von Werner Fischer ein kleiner Augenöffner für mich.
Denn in irgend einer Ecke schlummert noch immer ein Server, der an einem Icinga2 hängt, den ich noch betreue.
Vielleicht bekomme ich die IT bei meinem aktuellen Arbeitgeber mal dazu sich mehr mit Monitoring zu beschäftigen, dann darf ich mich nicht abhängen lassen.

Der Talk von Matthias Haase über das schreiben von guten Checks war ebenso ein Highlight für mich.
Einige der Vorschläge werden schon seit einiger Zeit so von mir umgesetzt, daher war es eine gute Bestätigung meiner eigenen Entscheidungen.
Anderseits waren seine Tipps zum Anreichern der Ergebnisse und der Ausgabe von Perfomancedaten auch ein Anstoß das in meinen Checks zu integrieren.

Eduard Güldner sprach über das Monitoren der Monitorings bei der Siemens Mobility Sparte.
Er zeigte Eindrucksvoll, wie man einen dummy Check so aufbohren kann, dass dieser mehr als nur dummes Zeug kann.
Dabei nutzte er sehr intensiv die Icinga DSL und zeigte damit, dass man damit ein sehr mächtiges Instrument bekommt und dass man sich damit unbedingt auseinandersetzen sollte.

Francesco Melchiori stellte in seinem Talk ein End User Experience Monitoring auf Basis von grafischen Checks vor.
Dabei wird Alyvix genutzt. Ein Framework, welches von Würth Phoenix entwickelt wird.
Leider ist dieses aktuell nur unter Windows benutzbar.
Eindrucksvoll war aber die Mächtigkeit des Systemes, welches auch mit veränderten Monitorauflösungen und verschobenen Fenstern umgehen konnte.
Mit Alyvix war es so möglich zu messen, ab wann ein End User sein Login zu einem Remote System zur Verfügung steht und wie lange es dauer, bis nach dem Anmelden das Zeilsystem benutzbar ist.

Dem Abschluß machte dieses Mal Michael Friedrich der über die verschiedenen Integrationsmöglichkeiten von Icinga sprach.
Dabei stellte er in Aussicht, dass es in nächster Zeit ein icingabeat geben werde, mit denen man Einträge über die beats Tools direkt nach Elastic transportieren kann.
Dankenswerterweise wurde sogar ich erwähnt. :)
Und das nur, wei ich bei meinen ersten Dashing / Ruby Experimenten die icinga2 Ruby Schnittstelle etwas optimiert habe.
Aber schön ist es schon … :)

Nach all den Vorträgen, den zwischenzeitlichen Pausen und Gesprächen wurde es doch schneller abend als gedacht.

Endlich konnte ich auch mal mein eigenes Projekt den Netways Profis näher bringen.

Wir waren irgendwie so dermaßen tief im Fachsimpeln und Erfahrungsaustausch vertieft, dass wir plötzlich gemeinsam mit der Netways-Familie in einem Resaturant saßen und einen
urkomischen Abend hatten.
Unser Tisch war prominent (unter anderem mit Lennart Betz, Marianne Spiller und Gunnar Beutner) besetzt und ich hatte in kürzester Zeit Bauchschmerzen … vom vielen Lachen und dem indischen Essen.
Als sich Bernd Erk zu uns setzte, schüttelte er auch nur noch dem Kopf.

Aber auch wenn Netways keine Hamburger Office aufbauen mag … ich fühle mich dort ähnlich zu Haus, wie bei CoreMedia.
Es sind einfach tolle Menschen, die einen guten Draht zu Ihrer Community pflegen und damit zeigen, dass OpenSource durchaus ein Geschäftsmodel sein kann.